
Das aktuelle Unternehmensumfeld ist immer stärker von den so genannten VUCA-Faktoren (Volatilität, Unsicherheit, Komplexität und Ambiguität) geprägt – darüber sind sich die Experten einig. Die Auslöser dafür sind vielfältig: Von neuer Regulierung und sich wandelnden Konsumpräferenzen über Umweltrisiken und politischen Spannungen bis hin zu technologischen Innovationen und der aktuellen Corona-Pandemie, die für heftige Marktturbulenzen sorgt und sich in Form von Nachfrage- und Angebotsschocks, Ad-hoc-Meldungen, Gewinnwarnungen oder Warnungen bei den Ergebnisprognosen bemerkbar macht. Doch wie gehen Unternehmenslenker mit diesen Unsicherheiten um? Wie gelingt es ihnen, ihr Unternehmen durch das unsichere Fahrwasser zu schiffen? Diesen Fragen geht die exklusive PwC Deals Studie in Kooperation mit Kantar und der Technischen Universität Darmstadt in drei Teilen nach.
„Die Studienteilnehmer zeigen sich überraschend optimistisch: Sie sind der Meinung, dass sich die Corona-Krise nur relativ wenig auf das aktuelle Geschäft und die Aussichten für die kommenden fünf Jahre auswirkt. Das ist angesichts der jüngsten Marktturbulenzen erstaunlich, zeigt aber auch eine beeindruckende Zuversicht, die anstehenden Herausforderungen erfolgreich zu meistern.“
„Optimism on uncertain grounds“ ist der erste Teil der dreiteiligen PwC Deals Studie und untersucht, wie Entscheidungsträger das aktuelle Geschäftsumfeld und die Zukunftsaussichten wahrnehmen und wie sich dies auf ihren Strategieprozess auswirkt. Die Studie nimmt dabei auch konkret Bezug auf die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie sowie das Phänomen der steigenden Marktunsicherheit und -volatilität an sich. Ein Ergebnis: Unternehmenslenker in Deutschland, Österreich und der Schweiz beurteilen die derzeitige Marktsituation überraschend optimistisch. Das gilt sowohl im Hinblick auf die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf ihr Geschäft und die allgemeine Marktlage als auch für die Zukunftsaussichten. Im November 2020 erscheint mit „Mastering uncertainty and volatility“ der zweite Teil der Studie. Der Fokus liegt hier auf den Auswirkungen des gegenwärtigen Marktumfeldes für das Portfolio-Management sowie Ansätzen zur agilen Unternehmensführung. „Unlocking value through carve-outs“ bildet schließlich mit Veröffentlichung im Dezember 2020 den dritten Teil der Studie und analysiert die Rolle von Transaktionen und Carve-outs als strategisches Instrument.
Im Teil „Optimism on uncertain grounds“ kommt die Studie zu überraschenden Ergebnissen: Die Befragten bewerten die Folgen der Pandemie auf die aktuelle Geschäftssituation relativ gelassen. Auffallend ist zudem, dass die Entscheider nur mit einem moderaten Anstieg der allgemeinen Volatilität und Unsicherheit in den kommenden fünf Jahren rechnen. Auch die Marktattraktivität und die Wachstumschancen in ihrem Geschäftsumfeld in den kommenden fünf Jahren bewerten die Befragten mit Zuversicht.
Den Optimismus der Unternehmenslenker begründet Dr. Joachim Englert folgendermaßen: „Entweder die Unternehmen agieren in ihrer sicheren Marktnische oder sie unterschätzen die Folgen der Pandemie. Denn die Auswirkungen der Corona-Krise werden aktuell noch durch die beispiellosen Interventionen der Regierung, etwa das Kurzarbeitergeld und die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht, abgemildert und dadurch möglicherweise verzerrt wahrgenommen.“
„Die Zukunft wird zeigen, ob sich die recht optimistische Stimmung der Entscheidungsträger angesichts der enormen Auswirkungen der Pandemie als Naivität herausstellt oder als berechtigtes, mutiges Vertrauen in ihre Managementfähigkeiten, die bevorstehenden Herausforderungen erfolgreich zu bewältigen.“
Nach den größten Bedrohungen für die Positionierung im Wettbewerb befragt, nennen die Studienteilnehmer vor allem einen Wirtschaftsabschwung (80 Prozent), Umweltrisiken (61 Prozent), sich verstärkenden Wettbewerb (60 Prozent) und regulatorische Risiken (55 Prozent). Finanzierungsrisiken sieht nur jeder Vierte als Bedrohung. „Überraschenderweise empfinden die Entscheider die unternehmensspezifischen Risiken als weniger bedrohend als die Risiken für die Gesamtwirtschaft“, kommentiert Neil Siri, Deal Analytics & Technology Leader bei PwC Deutschland.
Carve-outs strategisch einsetzen: In einem zunehmend unsicheren und komplexen Marktumfeld werden strategische Unternehmensausgliederungen immer wichtiger. Der dritte Teil der Studie untersucht, welche Rolle Carve-outs als strategisches Instrument spielen – und wie Entscheider ihren Erfolg bei Unternehmensausgliederungen deutlich steigern können.
PwC hat die dreiteilige Studie in Kooperation mit dem führenden Marktforschungsinstitut Kantar und der Technischen Universität Darmstadt erstellt. Befragt wurden im Juli 2020 Unternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz mit einem Jahresumsatz über 300 Millionen Euro. An der Umfrage beteiligt haben sich 157 Entscheider aus der Vorstandsebene, dem Bereich M&A und Strategie.
Erik Hummitzsch
Mitglied der Geschäftsführung, Leiter Deal-Advisory und Co-Leiter Consulting Solutions, PwC Germany