Zukunftssichere Lieferketten: Der Weg zur Kreislaufwirtschaft 2030
Transformation der Lieferketten im Zeitalter der Nachhaltigkeit
In einer Ära, in der Nachhaltigkeit zunehmend an Bedeutung gewinnt, vollzieht sich ein fundamentaler Wandel weg von einer linearen hin zu einer nachhaltigen und zirkulären Wirtschaft. Traditionelle Entscheidungsfaktoren wie Qualität, Kosten und Lieferperformance werden durch Überlegungen zu Service, Nachhaltigkeit, Agilität und Resilienz erweitert. Ereignisse wie die COVID-19-Pandemie, globale Konflikte und extreme Wetterbedingungen unterstreichen die Notwendigkeit von Risikobewertungen in der Bestandsplanung. Fortschrittliche Systeme automatisieren Entscheidungen, während der Druck von Kunden, Stakeholdern und Regulierungsbehörden zur Entwicklung nachhaltiger und zirkulärer Lieferketten stetig zunimmt.
Von der linearen zur zirkulären Wirtschaft: Ein Paradigmenwechsel
Die Transformation hin zu einer Kreislaufwirtschaft wird für viele Unternehmen immer relevanter, wobei 64 % der Unternehmen planen, bis 2025 kreislauforientierte Geschäftsmodelle anzuwenden.
Dieser Wandel erfordert erhebliche Anstrengungen, birgt aber auch Chancen, etwa durch die Neugestaltung von Produkten und Prozessen entlang der gesamten Lieferkette.
Ein strategischer Ansatz und ein ausgeklügeltes Change-Management-Konzept sind entscheidend für den langfristigen Erfolg. Das Potenzial für Innovation bei der Entwicklung neuer kreislauforientierter Produkte und Dienstleistungen kann Wettbewerbsvorteile erheblich steigern und das Unternehmensimage signifikant verbessern – vorausgesetzt, das Engagement wird als authentisch wahrgenommen.
Innovationspotenzial und Wettbewerbsvorteile durch Kreislaufwirtschaft
Die Umsetzung einer erfolgreichen Kreislaufwirtschaftsstrategie erfordert wesentliche Produktanpassungen. Faktoren wie Materialpreisentwicklungen, regulatorische Anforderungen, Innovationsfinanzierung und Cashflow beeinflussen die Erstellung von Kreislaufwirtschaftsstrategien.
Regierungen weltweit setzen zunehmend Vorschriften und Anreize, um Unternehmen zu umweltfreundlicheren Praktiken zu bewegen. Unternehmen, die frühzeitig auf diese Veränderungen reagieren, können sich hierdurch einen Wettbewerbsvorteil sichern.
Strategien für eine nachhaltige Wertschöpfung
Einzelhändler treiben transformative Maßnahmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette voran, um Prozesse zukunftssicher zu gestalten. Dies umfasst die Integration von Produkt- und Unternehmens-CO2-Fußabdrücken, das Management des zirkulären Produktlebenszyklus und Portfolios sowie Materialsubstitution. Eine vernetzte Lieferkette ermöglicht Zirkularität durch Materialverfolgung und Abfallverfolgbarkeit, während Simulation, Optimierung und Vorhersage von Emissionen und Abfällen auf die gesamte Lieferkette angewendet werden. Das Management des Lieferantennetzwerks wird basierend auf ESG-Kriterien angepasst, wie „Nearshoring“ und der Wechsel zu nachhaltigen Lieferanten.
Technologie und Mitarbeitertransformation als Schlüssel zum Erfolg
Nachhaltige Wertschöpfung umfasst ebenfalls die Gestaltung von Verkaufsstätten für die effiziente Nutzung von Baumaterialien, Energieversorgung, IT und Transport- und Logistikinfrastruktur. Die Optimierung der Kühlketten wird durch die Auswahl alternativer Kältemittel erreicht. HR und Mitarbeitertransformation sind entscheidend für die Verankerung nachhaltiger Geschäftsmodelle.
Die Transformation der Lieferkettenplanung erfordert das Verständnis der Kompromisse im Spannungsfeld von Nachhaltigkeit und Kosten sowie die Bereitstellung vollständiger Emissionstransparenz durch „Digital Twins“.
Nachhaltigkeit vs. Schnäppchenjagd: Der Balanceakt der Konsument:innen
Trotz der zunehmenden Bedeutung von Nachhaltigkeit und der Bemühungen vieler Unternehmen, nachhaltige Geschäftsmodelle zu implementieren, bleibt das Konsumentenverhalten ein kritischer Faktor. Der Erfolg von Unternehmen wie „Temu“ und „Shein“ zeigt, dass Preis und Verfügbarkeit weiterhin starke Treiber für Kaufentscheidungen sind. Unternehmen müssen daher nicht nur nachhaltige Produkte anbieten, sondern die Konsument:innen durch Aufklärung und transparente Kommunikation über die Vorteile nachhaltiger Produktwelten überzeugen.
Effizientes Transportmanagement und intelligente Verpackungslösungen
Effizientes Transportmanagement ist entscheidend, insbesondere in Zeiten geopolitischer Unsicherheiten. Dies umfasst die Nutzung emissionsarmer Transportmodi, Verpackungsformate und effektive Transportdienstleistungsvereinbarungen (SLAs). Intelligente Verpackungslösungen und Second-Life-Ansätze reduzieren Transportemissionen und fördern das Second-Use-Management.
Dieser umfassende Wandel in der Lieferkettenlandschaft stellt sowohl eine Herausforderung wie auch eine Chance dar. Durch die Anpassung an diese neuen Anforderungen können Unternehmen ihre Effizienz und Resilienz steigern und einen wesentlichen Beitrag zur globalen Nachhaltigkeitsagenda leisten.
Quellen: PwC Analyse, PwC Global ESG in Operations Survey (2023)
Zukunft gestalten: Die Nationale Kreislaufwirtschaftsstrategie als Schlüssel zur Nachhaltigkeit
Die NKWS: Ein Fahrplan für eine ressourceneffiziente Zukunft
Die Nationale Kreislaufwirtschaftsstrategie (NKWS) zielt darauf ab, die Umweltbelastung zu reduzieren, die Biodiversität zu fördern und den Rohstoffverbrauch sowie die Treibhausgasemissionen zu senken. Die deutsche Regierung hat den ersten Entwurf der NKWS vorgestellt, was Unternehmen signalisiert, sich auf die kommende Gesetzgebung vorzubereiten. Diese Strategie stellt nicht nur eine regulatorische Herausforderung, sondern auch eine Chance dar, nachhaltigere Geschäftsmodelle zu entwickeln und dadurch langfristig wettbewerbsfähiger zu werden. Die NKWS wird durch verschiedene Maßnahmen und politische Instrumente unterstützt, die sicherstellen sollen, dass Unternehmen die notwendigen Ressourcen und Anreize erhalten, um ihre Prozesse zu transformieren und nachhaltiger zu gestalten.
Implikationen der NKWS für den Handel am Beispiel Plastikmüll
Im Jahr 2023 erzeugte Deutschland etwa 22,5 Millionen Tonnen Plastikmüll, wobei die Recyclingquote bei rund 56 % lag. Dies zeigt erhebliches Verbesserungspotenzial im Recycling und beim Übergang zu einer ressourceneffizienten Kreislaufwirtschaft. Die steigende Menge an Plastikmüll stellt eine bedeutende Umweltbelastung dar, bietet jedoch auch die Chance, neue Recyclingtechnologien und innovative Geschäftspraktiken zu entwickeln, die sowohl wirtschaftliche als auch ökologische Vorteile bringen können. Durch verstärkte Forschung und Entwicklung im Bereich des Recyclings und der Wiederverwendung von Kunststoffen kann Deutschland eine führende Rolle im globalen Kampf gegen Plastikverschmutzung einnehmen.
Ganzheitliche Ansätze für Unternehmen: Von der Produktgestaltung bis zur Wiederverwendung
Die NKWS fördert einen ganzheitlichen Ansatz zur Kreislaufwirtschaft und ermutigt Unternehmen, ihre Betriebsabläufe zu transformieren, um Kosten zu senken und Emissionen zu reduzieren. Unternehmen müssen alle Phasen der Wertschöpfungskette überdenken, von der Produktgestaltung und Produktion bis hin zu Konsum, Reparatur, Abfallmanagement und der Wiederverwendung von Sekundärrohstoffen.
Dies erfordert eine enge Zusammenarbeit zwischen Designern, Ingenieuren, Herstellern und Endverbrauchern, um Produkte zu entwickeln, die langlebiger, reparierbar und recycelbar sind. Solche Initiativen tragen nicht nur zur Reduzierung des ökologischen Fußabdrucks bei, sondern eröffnen auch neue Geschäftsfelder und Märkte für innovative Produkte und Dienstleistungen.
Finanzierung der Transformation: Mechanismen und Unterstützung
Zur Finanzierung der Transformation schlägt die Strategie verschiedene Mechanismen vor, darunter Rohstofffonds, ein Zertifikatehandelssystem und staatliche Förderungen für die Rückgewinnung kritischer Rohstoffe und Technologiemetalle. Die EU wird private Investitionen durch Initiativen wie die Gemeinsame Initiative zur Kreislaufwirtschaft (JICE) und den Europäischen Fonds für strategische Investitionen (EFSI) unterstützen. Zusätzlich könnten öffentliche-private Partnerschaften und Innovationsfonds geschaffen werden, um den Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft zu beschleunigen. Diese Finanzierungsmechanismen sollen sicherstellen, dass sowohl große Unternehmen als auch kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) Zugang zu den notwendigen Ressourcen haben, um nachhaltige Praktiken zu implementieren und zu skalieren.
Strategien zur Umsetzung: Dokumentation, Analyse und Zusammenarbeit
Unternehmen müssen ihre eigenen Strategien zur Umsetzung der NKWS definieren. Dies beginnt mit der Dokumentation der Materialflüsse innerhalb ihrer Geschäftsmodelle, einschließlich der Quellen von Rohstoffen, Energieverbrauch, Emissionen während der Produktion und des nach dem Konsum erzeugten Abfalls. Diese Analyse bildet die Grundlage für das Verständnis der Materialflüsse im gesamten Produktlebenszyklus und die Identifizierung von Verbesserungsbereichen. Durch den Einsatz modernster Technologien wie Big Data, Internet der Dinge (IoT) und Künstlicher Intelligenz (KI) können Unternehmen detaillierte Einblicke in ihre Prozesse gewinnen und datengetriebene Entscheidungen treffen, um ihre Nachhaltigkeitsziele zu erreichen.
PwC Deutschland: Ihr Partner auf dem Weg zur Kreislaufwirtschaft
Schließlich müssen Unternehmen ihre Maßnahmen bewerten und mit Partnern entlang der Wertschöpfungskette zusammenarbeiten, um diese Strategien schrittweise umzusetzen. Ein ganzheitlicher Ansatz stellt sicher, dass alle Beteiligten zusammenarbeiten, um nachhaltige wirtschaftliche Praktiken zu erreichen, ökologische Vorteile zu bieten und die langfristige Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.
PwC Deutschland bietet Unterstützung bei regulatorischen Anforderungen und hilft Unternehmen, neue gesetzliche Vorgaben systematisch anzugehen, um ihre Wertschöpfung nachhaltig zu verbessern. Durch maßgeschneiderte Beratungsdienstleistungen und innovative Lösungsansätze unterstützt PwC Unternehmen dabei, effektive Kreislaufwirtschaftsstrategien zu entwickeln und zu implementieren, die nicht nur den gesetzlichen Anforderungen entsprechen, sondern auch einen positiven Beitrag zur Umwelt leisten und gleichzeitig wirtschaftlichen Mehrwert schaffen.
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Emanuel Chibesakunda
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