Sparfüchse als Klimaschützer? – Verbraucher:innen in der Region reduzieren Energie- und Wasserverbrauch

18 September, 2023

PwC Umfrage zeigt: Fast zwei Drittel der Verbraucher:innen in Stuttgart haben in den letzten zwei Jahren weniger geheizt / Hohe Kosten und ökologisches Bewusstsein steigern die Motivation zum nachhaltigen Handeln / Vor allem Jüngere möchten zukünftig Ressourcen sparen / Verbraucher:innen sehen Politik und Wirtschaft in der Verantwortung für nachhaltiges Wohnen

Stuttgart, 18. September 2023

Die steigenden Energiepreise und die Auswirkungen des Klimawandels verstärken die Sensibilität für nachhaltiges Handeln in der Region Stuttgart, das zeigt eine Umfrage des Beratungs- und Wirtschaftsprüfungsunternehmens PwC unter 400 Menschen ab 18 Jahren im Raum Stuttgart. Jüngere Zielgruppen möchten eher ihren Verbrauch senken. Ältere Verbraucher:innen zeigen eine höhere Bereitschaft, in neue Technologien zu investieren. Als Hauptverantwortliche für ökologisch nachhaltigeres Wohnen werden Politik und Wirtschaft gesehen. 

Motive für Sparsamkeit: Zwischen Kostendruck und Klimaschutz

Das Bewusstsein für ökologisch nachhaltigeres Wohnen ist bei den Menschen in der Region Stuttgart gestiegen. Fast drei Viertel (74 Prozent) haben in den letzten zwei Jahren an Heizung bzw. Wärme gespart und auch die Stromnutzung (67 Prozent) und der Wasserverbrauch (60 Prozent) sind bei der Mehrheit der Befragten gesunken. Als Motivation für das ressourcenschonende Verhalten nennen 40 Prozent der Befragten über alle Altersgruppen hinweg sowohl Kosten als auch Umweltschutz zu gleichen Teilen. Beim Wasserverbrauch sparen mehr Befragte aus rein ökologischem Bewusstsein (13 Prozent), als bei Wärme (10 Prozent) und Strom (9 Prozent). 

Der Hauptgrund für Sparmaßnahmen sind für 75 Prozent der Befragten allerdings die gestiegenen Kosten für Heizung, Strom und Wasser.

„Die Umfrage zeigt, dass Kosten der stärkste Hebel sind, um Menschen zu einem nachhaltigen Umgang mit wichtigen Ressourcen zu bringen und vielleicht auch ein bisschen zu zwingen. In solchen Kurz- und Langfristkrisen, wie sie der Krieg Russlands gegen die Ukraine und der Klimawandel sind, ist das manchmal notwendig. Die Politik muss allerdings immer im Auge behalten, dass sie die Menschen finanziell nicht überfordert und damit den ohnehin vorhandenen Politikfrust nicht noch weiter beflügelt. Den radikalen Strömungen in unserem Land sollte kein Vorschub geleistet werden.“

Marcus Nickel,Standortleiter von PwC in Stuttgart

Ressourcenschonendes Verhalten: ein Generationenkonflikt?

Besonders ambitioniert beim bewussten Energie- und Wasserverbrauch zeigt sich die Altersgruppe zwischen 18 und 39 Jahren: Gut 60 Prozent der jüngeren Generationen möchten auch künftig sparen. Bei den Befragten ab 60 Jahren sind hierzu nur knapp über die Hälfte bereit. Einsparungen sind aber nicht nur vom Verbrauch, sondern auch vom energetischen Zustand der Gebäude abhängig. Bei der Investitionsbereitschaft für Klimaschutz- und Energiesparmaßnahmen zeigt die Umfrage ein ganz ähnliches Bild: Die Bereitschaft von Menschen unter 60 Jahren, hier zu investieren, ist deutlich höher als die von älteren Menschen. 

„Vor allem angesichts des demografischen Wandels ist beim nachhaltigen Wohnen der Einsatz aller Altersgruppen gefordert, wir dürfen die Verantwortung nicht an jüngere Generationen abgeben.“

Marcus Nickel,Standortleiter von PwC in Stuttgart

Die Ergebnisse zeigen auch: Mieter:innen möchten eher in kleinere Lösungen wie Energiesparlampen und wassersparende Armaturen investieren.

„Hier müssen vor allem Vermieter:innen stärker in die Pflicht genommen werden. Es darf nicht sein, dass Mieter:innen alleine die Mehrkosten für schlecht isolierte Wohnungen zahlen. Ich begrüße es daher, dass die Regierung seit Anfang des Jahres die CO₂-Kosten je nach energetischem Zustand der Immobilie fair aufteilt.“

Marcus Nickel,Standortleiter von PwC in Stuttgart

Etwa ein Fünftel der Vermieter:innen planen eine neue Wärmedämmung oder neue Heizungsanlagen. 

Ein weiterer Anreiz für intelligente Ressourcenschonung sind Smart-Home-Systeme: Knapp ein Viertel der Verbraucher:innen setzen diese bereits ein, über die Hälfte haben Interesse daran. Auch hier überwiegt die Nutzung durch jüngere Befragte. Über ein Drittel der 18 bis 39-Jährigen sind Smart Home Nutzer:innen, nur sechs Prozent hingegen der über 60-Jährigen. Skeptiker nennen die Sorge vor Überwachung und eine zu große Abhängigkeit von Stromversorgung und Technik als Gründe für ihre Ablehnung von Smart Home.

Verbraucher:innen sehen Hauptverantwortung bei Politik und Wirtschaft

Auf den ersten Blick sehen die Befragten Unternehmen, Eigentümer:innen, Politik und Mieter:innen ähnlich stark in der Verantwortung für ökologisch nachhaltigeres Wohnen. Die primäre Verantwortung wird jedoch der Politik (55 Prozent), Unternehmen (49 Prozent) und Eigentümer:innen (38 Prozent) zugeschrieben. 

„Was wir jetzt brauchen, ist eine Zusammenarbeit aller beteiligten Akteure – Politik, Verwaltung, Baubranche, Energiewirtschaft, um gemeinsam und schnell Lösungen zu erarbeiten und sich nicht im Kompetenzgerangel zu verlieren. Flankierend brauchen wir Plattformen für den gesellschaftlichen Diskurs mit Bürgerinnen und Bürgern. In unserer Region ist die internationale Bauausstellung 2027 StadtRegion Stuttgart (IBA’27) ein schönes Beispiel dafür – sie bietet Formate für wichtige Diskussionen und Partizipation. Am Ende muss aber jemand entscheiden – und da ist die Politik gefragt, auch mal unkonventionelle und innovative Entscheidungen zu fällen.“

Marcus Nickel,Standortleiter von PwC in Stuttgart

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Corinna Freudig

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