
German M&A Trends in Industrials & Services: 2025 Outlook
Despite lower inflation, eased monetary policy and stable material and energy prices 2024 was challenging for M&A in Germany's Industrials & Services sector.
Für 2025 erwarten wir einen weiteren Anstieg und eine Beschleunigung der globalen M&A-Aktivitäten im Segment Private Capital. Dieses Wachstum wird angetrieben durch gesunkene Finanzierungskosten, einen Anstieg des für Investitionen zur Verfügung stehenden Kapitals, weitere Börsenbelebung und einen höheren Bestand an Private-Equity(PE)-Portfoliounternehmen, die zum Verkauf stehen. Hohe Bestände des investierbaren Kapitals (Dry Power) und der Rückstau bei den Exits werden Nachfrage und Angebot im M&A-Markt deutlich ankurbeln und das Transaktionsgeschehen in diesem Jahr positiv beeinflussen.
In Deutschland wird es mehr M&A-Möglichkeiten geben, da sich große Unternehmen zunehmend auf ihre Kernaktivitäten konzentrieren und ihre Portfolios optimieren, indem sie wesentliche Geschäftsbereiche zum Verkauf ausgliedern. Unter dem wachsenden Druck, Portfoliogesellschaften zu veräußern, die aufgrund ungünstiger wirtschaftlicher Bedingungen länger gehalten wurden, und mit Exit-Multiplikatoren, die sich weiterhin unterhalb ihres Höchststands bewegen, wird es in diesem Jahr vor allem auf Wertschöpfung in den Portfolios und Disziplin bei der Investitionsstrategie ankommen. Private-Capital-Investoren werden in puncto Disziplin einen Zahn zulegen und sich stärker auf operative Transformationen konzentrieren, um die hohen Einstiegspreisbewertungen der Vergangenheit zu rechtfertigen sowie weiterhin eine ebenso gute Rendite zu erzielen.
Hohe Bewertungen und die verlangsamte Zinssenkung werden PE-Fonds dazu drängen, bei ihren Investitionsentscheidungen Disziplin zu wahren, operative Transformationen umzusetzen und den Fokus klar auf Wertschöpfung zu legen. Ein weiterer aufkommender Trend ist die Sektorkonvergenz bei M&A-Transaktionen. Immer häufiger sehen wir Investitionen von Private-Capital-Investoren in Unternehmen und Projekte, die mehrere Branchen umfassen, beispielsweise Infrastruktur, Energie und Technologie. Dieser Trend wird vom zunehmenden KI-Einsatz befeuert. Schlüsselsektoren, auf die Investoren ihren Fokus richten, vernetzen sich dank KI-Technologie immer stärker, so etwa Rechenzentren, Energieerzeugung und andere digitale Infrastruktur.
Schließlich erwarten wir auch eine weitere Konsolidierung in der Private-Capital-Branche, da die größeren Marktteilnehmer versuchen, ihr Portfolio in allen Anlageklassen mit Eigen- wie auch Fremdkapital auszubauen. Megafonds vergrößern sich weiter durch Akquisitionen und erweitern ihr Produktangebot um Bereiche wie Infrastruktur und Private Credit. Während die größten Fonds weiter wachsen, wird es für mittelgroße Fonds immer schwieriger, neue Investitionen zu tätigen, wenn sie kein Alleinstellungsmerkmal vorweisen. Manager kleinerer und mittelgroßer Fonds müssen eine Spezialnische finden, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
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Steve Roberts
Leiter Private Equity bei PwC Deutschland und auf EMEA Ebene
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Nach einem signifikanten Anstieg der Transaktionsaktivitäten in den Jahren 2020 und 2021, dem Höhepunkt der Pandemie, verringerten sich Volumen und Wert der M&A-Aktivitäten privater Investoren in Deutschland 2022 erheblich und blieben in den Folgejahren auf diesem niedrigen Niveau – nicht zuletzt bedingt durch die steigenden Zinssätze, eine begrenzte Kapitalverfügbarkeit sowie ungünstige geopolitische und makroökonomische Bedingungen. Im letzten Quartal 2023 begannen die Transaktionswerte im Private-Equity-Bereich wieder zu steigen, wenngleich diese Entwicklung nicht linear verlief und es gegen Ende des dritten Quartals 2024 zu einem leichten Rückgang kam. Dieser erste Aufwärtstrend befördert die Branche im Jahr 2025 auf einen Kurs mit stärkerem Aufwind und neuer Dynamik, auch wenn im Markt noch Nervosität wegen möglicher Zinssenkungen, politischer Entwicklungen und wirtschaftlicher Aussichten herrscht.
Die Halteperioden von Portfoliounternehmen haben sich weiter verlängert, da die Unternehmen aufgrund ungünstiger makroökonomischer Bedingungen länger unverkauft blieben. Diese Entwicklung hat dazu geführt, dass PE-Gesellschaften in den letzten Jahren Continuation Funds (Fortsetzungsfonds) eingesetzt haben, um gebundenes Kapital an die Limited Partners zurückzugeben. Continuation Funds sind zu einem wichtigen Bestandteil des Sekundärmarkts geworden; sie verschaffen bestehenden Investoren Liquidität und eröffnen Ausstiegsmöglichkeiten für Vermögens¬werte. Allerdings verloren sie 2024 wieder etwas an Bedeutung.
Die Zahl der Börsengänge (IPOs) normalisiert sich weiter, was ihre wichtige Rolle als Ausstiegsweg für PE-Firmen unterstreicht. Im vergangenen Jahr veräußerten mehrere PE-Firmen ihre Portfoliogesellschaften durch IPOs, darunter CVC (Douglas, 890 Millionen Euro), BC Partners (Springer Nature, 600 Millionen Euro) und Triton (Renk, 405 Millionen Euro). Dieser Trend wird voraussichtlich auch 2025 anhalten.
In der neuen M&A-Welle können mehrere Trends ausgemacht werden. Erstens straffen einige stark diversifizierte Unternehmen ihre Portfolios und veräußern Geschäftseinheiten, die nicht zum Kerngeschäft gehören, oder Tochtergesellschaften, die nicht zu ihrer strategischen Ausrichtung passen – dies geschieht teilweise unter dem Druck von Investoren. Dadurch nimmt die Zahl der Carve-out-Transaktionen zu. Im letzten Jahr verkaufte die Aareal Bank, die von Advent International, Centerbridge, CPPIB und anderen Finanzinvestoren gehalten wird, ihre Immobilien-Software-Tochter Aareon Group für 3,9 Milliarden Euro an den PE-Investor TPG. Bosch Building Technologies veräußerte sein Produktgeschäft für Sicherheits- und Kommunikationstechnologien für 700 Millionen Euro an das PE-Haus Triton. Weitere Großkonzerne kündigten an, bedeutende Teile ihrer Geschäfts¬portfolios zu veräußern oder an die Börse zu bringen.
Zweitens ziehen technologiebezogene Transaktionen weiterhin die Aufmerksamkeit von Private-Capital-Investoren auf sich. Besonders bemerkenswerte Deals sind der Erwerb der Nexus AG, einem deutschen Softwareanbieter für Krankenhausanwendungen, mit einem Gesamtwert von 1,2 Milliarden Euro, sowie der Erwerb einer Mehrheitsbeteiligung an der SER Group, einem globalen Marktführer im Bereich intelligente Inhaltsautomatisierung, im Wert von etwa 600 bis 700 Millionen Euro, beides durch TA Associates. Weitere große Technologiedeals sind der Erwerb einer 49,9 %-Beteiligung an CompuGroup Medical durch CVC für 579 Millionen Euro von der Gotthardt-Gründerfamilie sowie ein freiwilliges öffentliches Angebot an alle Aktionäre; der Erwerb des deutschen Herstellers von Telekommunikations- und Netzwerktechnologie-Produkten AVM Computer Systems durch Imker Capital für 510 Millionen Euro; der Erwerb einer 76,25 %-Mehrheitsbeteiligung am Software- und Beratungsanbieter für Datenmigration und Datenmanagement SNP Schneider-Neureither & Partner SE durch Carlyle für 501 Millionen Euro sowie der Erwerb einer bedeutenden Minderheitsbeteiligung an Regnology, einem Anbieter innovativer Lösungen in den Bereichen regulatorische, Risiko- und Aufsichtstechnologie, für 460 Millionen Euro durch den kanadischen Pensionsfonds CPPIB, an dem der Finanzinvestor Nordic Capital eine Mehrheitsbeteiligung hält. Weitere Technologiebereiche, insbesondere klimaschonende Technologien und Innovationen, ziehen ebenfalls M&A-Interesse auf sich. Es wird erwartet, dass dieser Trend anhält.
Drittens haben sektorübergreifende Transaktionen, insbesondere an der Schnittstelle von Infrastruktur und Technologie, an Fahrt aufgenommen. Zu den prominentesten Beispielen aus dem vergangenen Jahr gehört die Übernahme des Telekommunikationsanbieters Vantage Towers (Vodafone) durch Global Infrastructure Partners und KKR Infrastructure für 1,3 Milliarden Euro. Der private Investor Viessmann Generations Group hat ISOPLUS, einen Anbieter energieeffizienter, vorisolierter Rohre für nachhaltige Wärmeverteilung, von Egeria für 800 Millionen Euro übernommen − mit dem Ziel, seine Marktpräsenz im Bereich der erneuerbaren Energien auszubauen. Ein weiteres Beispiel ist der Verkauf der EQOS Energie Holding für etwa 650 Millionen Euro durch den Finanzinvestor Triton an die französische Eiffage SA aus dem Portfolio von Demeter Partners und BlackRock. Des Weiteren startete der Finanzinvestor EQT seine neue Infrastrukturstrategie mit dem Erwerb von ju:niz Energy, einem führenden deutschen Projektentwickler und Betreiber großer Batteriespeichersysteme. Mit der zunehmenden Verbreitung von KI erwarten wir eine Zunahme der Transaktionen an der Schnittstelle zwischen Technologie und anderen Branchen wie Energie, Infrastruktur, Gesundheitswesen und Einzelhandel, beispielsweise in den Bereichen Datenverarbeitung, Rechenzentren und Energieeffizienz.
PE-Firmen passen ihre internen Strukturen und Prozesse an, um ihre aktuelle Ausrichtung auf Wertschöpfung zu unterstützen. Die großen Player haben operative Abteilungen eingerichtet, die darauf abzielen, die Erträge in Portfoliogesellschaften zu steigern, indem Kosten gesenkt oder das Umsatzwachstum beschleunigt wird. Diese operativen Transformationen sollen helfen, die Effizienz und Produktivität zu verbessern sowie künftig höhere Liquidität freizusetzen. Dieses proaktive Investitionsmanagement ist ein weiterer Hinweis darauf, dass die Investoren unter großem Druck stehen, interne Renditen zu erzielen, die ihren risikoadjustierten Renditeerwartungen entsprechen und das in einer Zeit, in der Vermögenswerte länger gehalten werden als in der Vergangenheit. Dabei gilt es zu beachten, dass einige der derzeit bevorzugten Anlageklassen, darunter Energie und Infrastruktur, grundsätzlich lange Haltedauern haben.
Die schwierigen Finanzierungsbedingungen der letzten drei Jahre in einem Umfeld steigender Zinssätze haben die Konsolidierung der Private-Capital-Branche beschleunigt. Ein wesentlicher Faktor für diese Konsolidierung ist das Streben größerer Fonds nach einem breiten Spektrum an Anlageklassen, einschließlich Private Credit. Letzteres ist zu einer wichtigen Quelle für Transaktionen und Unternehmensrefinanzierungen geworden, insbesondere für kleinere und mittelgroße Unternehmen. Wir rechnen damit, dass Private Credit als Alternative zur traditionellen Bankfinanzierung weiterhin an Bedeutung gewinnen wird.
Mitten in dieser Branchenkonsolidierung verändern Staatfonds, die zu den wichtigsten Marktakteuren zählen, ihr Verhalten. Sie agieren nicht mehr hauptsächlich wie bisher als Limited Partners in PE-Fonds, sondern wandeln sich zunehmend zu einem direkteren Investitionsmodell. Einige setzen bereits eigene Investmentteams ein, um parallel zu den großen Fonds zu investieren. Und sie drängen auch in den Private-Debt-Bereich, zusätzlich zu ihrem herkömmlichen Interesse an PE. Ein bemerkenswerter Vorteil, den Staatsfonds gegenüber traditionellen Private-Capital-Firmen haben, ist ihr längerer Investitionshorizont: Anders als diese Firmen, die von Limited Partners häufig unter Druck gesetzt werden, schnelle Renditen zu erzielen, können Staatsfonds langfristige Investitionen tätigen.
M&A-Transaktionen, an denen vermögende deutsche Privatinvestoren und Family Offices beteiligt sind, haben an Bedeutung gewonnen und sind vielfältiger geworden. Viele der vermögenden Privatanleger und Family Offices diversifizieren zunehmend ihre Portfolios, indem sie ihre Investitionen auf neue geografische Regionen und/oder Branchen ausweiten, etwa auf Gesundheitswesen, Technologie, erneuerbare Energien oder Infrastruktur. Die größten Family Offices verwalten Portfolios im Wert von mehreren Milliarden Euro und waren 2024 aktiv an Transaktionen beteiligt. Dazu gehören die Aufspaltung von Axel Springers Medienassets im Wert von 13,2 Milliarden Euro in den Bereich des Kleinanzeigengeschäfts, das von KKR kontrolliert wird, und den digitalen Betrieb, der im Besitz der Springer-Familie verbleibt; der Rückkauf von Ottobock-Aktien im Wert von 1,1 Milliarden Euro durch Hans Georg Naeder von EQT sowie die Übernahme des Pharma-Auftragsherstellers Aenova durch Klaus-Michael Kühne von BC Partners für einen nicht offengelegten Milliarden-Euro-Betrag.
Die hier beschriebenen Trends werden sich mit großer Wahrscheinlichkeit auf die Dealaktivitäten der Private-Capital-Investoren 2025 auswirken. Wir erwarten, dass die M&A-Aktivitäten in Deutschland zunehmen und an Dynamik gewinnen, auch wenn dieser Anstieg aufgrund geopolitischer Faktoren, nationaler politischer Agenden und der Ungewissheit über das Zinssenkungstempo möglicherweise nicht gleichmäßig verläuft. Private-Capital-Investoren werden weiterhin nach Möglichkeiten suchen, zusätzlichen Wert aus hochwertigen Vermögenswerten zu erzielen und die Wertschöpfung in ihren Portfolios voranzutreiben.
Despite lower inflation, eased monetary policy and stable material and energy prices 2024 was challenging for M&A in Germany's Industrials & Services sector.
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